Neu-Arad im Mai 2012

Ein Treffen in Temeswar war der Anlass unserer Reise in diesem Frühling nach Rumänien.

Wenn man schon so ein weites Ziel anpeilt, dann soll die Fahrt sich lohnen. Darum haben wir gleich je zwei Tage  Großsanktnikolaus und Neu-Arad mit eingeplant. Da in Ungarn die Autobahn bis Mako ausgebaut ist, ist es nur mehr eine kurze Strecke bis zum Grenzüberhang bei Tschanad. Nach der Grenze ist die Rovignieta fällig, die Straßengebühr in Rumänien. Von Großsanktnikolaus bis Arad wurden die schöne Baumallee gefällt. Trostlose Baumstümpfe säumen jetzt die Straßenseiten. Vor einigen Jahren hat die Allee während der Fahrt angenehmen Schatten gespendet. Eine gute Nachricht gibt es dennoch, der schreckliche Kopfsteinpflaster bei Periam Port ist endlich beseitigt.

Idyllisch schlängelt sich die Landstraße durch die Dörfer, in denen einst viele Banater Schwaben wohnten. Auffällig ist, dass an vielen Strommasten in den Ortschaften, Unterbauten für Nistplätze angebracht wurden, die von den Störchen gerne angenommen wurden. Wer genügend Zeit mitbringt, sollte ein Abstecher zum Kloster Bodrog machen. Die Anlage wurde sehr schön renoviert.

Nähert man sich, von Saderlach kommend, Neu-Arad, gerät man in eine sehr protzig ausgestalteten Straße mit drei Fahrbahnen in jeder Richtung und sehr engstehenden Straßenbeleuchtungen aber kaum ein Kilometer lang. Gleich dahinter befindet sich die Anschlussstelle zur Autobahn Arad – Temeswar.

Auf der Neu-Arader „Groß-Gasse“ eingebogen, kommt bereits die Dreier „Tramwai“ entgegen, die seit der Renovierung der Marosch Brücke, wieder durch den Ort Fährt. An vielen Stellen wird intensiv gearbeitet. Bis an wenigen Stellen kommt man ganz gut voran. Der geplante Kreisverkehr vor dem Friedhof ist mit großen Wackersteinen angedeutet. Das dazu nötige Verkehrsschild fehlt noch, so dass man nicht weiß, wie man sich in dem Bereich verkehrstechnisch verhalten soll.

Nachdem wir unser Zimmer im Hotel Xemar an der Maroschbrücke bezogen haben, waren wir froh, dass wir wieder jenes mit der schönen großen Terrasse, wie vor 2 Jahren war. Doch die Freude dauerte nur bis zum Schlafen gehen. Letztes Mal war die Brücke für den Verkehr noch gesperrt und es war deswegen sehr ruhig. Jetzt rollt die Blechlawine voll über die Marosch, am Hotel vorbei, somit von Nachtruhe keine Rede mehr sein konnte.

Im Heimatort angelangt, hat man einige Punkte die man gerne wieder sehen möchte: das Neu-Arader Zentrum, die Kirche, den Friedhof, Freunde usw. Die Dreifaltigkeitsstatue, die vor der Apotheke stand, wurde an einen nun sehr schön hergerichteten Platz direkt vor dem Kircheneingang verlegt. Im Rahmen der Firmung, die in diesem Jahr in Neu-Arad stattfindet, soll die Statue eingeweiht werden. Im Gespräch mit Pfarrer Mates Dirschl erfahren wir, dass ständig Renovierungen am alten Gebäude der Kirche gemacht werden müssen und dass der Turm gestrichen werden soll. All das kostet viel Geld, das die kleine Kirchengemeinde nicht selber aufbringen kann. Darum ist man an der Unterstützung der Stadt, der Diözese und an Spender angewiesen. Laut Versprechen des Bürgermeisters, soll nun endlich der Zugang zum Friedhof gesäubert und befestigt werden. Ab dem Eingangstor bis zur Hälfte des Friedhofs ist der Fußweg bereits gepflastert. Die Stationssteine wurden außenherum neu gestrichen. Durch eine Großaktion der Gemeinde wurde der Friedhof von Abfällen und Müll gesäubert. Es wurden große viereckige Betonbehälter aufgestellt, in denen Grüngut und Abfälle entsorgt werden können. Der grüne Zaun rund um den Friedhof wurde kräftig zurückgeschnitten und der Kalvarienberg wurde vom überwuchernden Gestrüpp befreit so dass seine Schönheit wieder zu strahlen mag. Im ganzen Friedhof wurde das Gras gemäht und mit Unkrautvernichtungsmittel gestreut. Wege und nicht bepflanzte Gräber sind jetzt Gras frei, ein trauriger Anblick wie die Stimmung in meiner Seele. Wirft man ein Blick, am Kalvarienberg stehend, zum rumänischen Teil des Friedhofs, sieht man tadellos gepflegte Gräber: Blumen, Ordnung, Achtung vor den Toten, Trost für die Hinterbliebenen. Wandert dann der Blick zum Eingang hin, überwältigt den Betrachter große Trauer, aber nicht wegen der hier bestatteten Toten. Die Glocken der Kirche läuten zu Mittag.

J.K.

Bilder aus Neu-Arad Mai 2012

Bilbder vom Friedhof Mai 2012

3 Gedanken zu „Neu-Arad im Mai 2012“

  1. Kann man bitte dem Herrn Josef Künstler meine Adresse weiterleiten vieleicht hat er lust mit mir über die Friedhofsituation und den Pfarrer oder auch den VisitatorTopitz(seine nicht zuständigkeit) zu schreiben vieleicht möchte sich doch irgend jemand auch meine Fotos ansehen?

  2. Danke J.K. (Josef Künstler?) für den Bericht und für die Fotos.
    Ewald Schill, ein regelmäßiger „Anklicker“ unserer Neu-Arader website.

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