Das Neu-Arader Erbe

diese Zeilen wurden in den letzten Jahren bereits veröffentlicht, sind aber aktueller den je! (J.K.)

Wenn man zu den von der HOG organisierten Treffen geht, muß man leider immer wieder feststellen, dass der Altersdurchschnitt der Teilnehmer stetig ansteigt, während die Teilnehmeranzahl kontinuierlich sinkt. Viele der langjährigen Teilnehmer sind plötzlich nicht mehr da. Die Todesanzeigen in der Banater Zeitung werden immer länger. Mit den verstorbenen Landsleuten verschwindet leider auch ein Teil von Neu-Arad. Viele von ihnen haben selber fast alle Neu-Arader Familien samt deren Verwandten gekannt.

Unvergeßlich spannend sind die Stunden in denen die Eltern oder ältere Bekannte über ihre Kindheit, Schule, Arbeit, Flucht, Vertreibung, Wiederkehr sprachen. Aber auch schöne Stunden wie die Taufen, Hochzeit, Kirchweih u.s.w. Solche Gespräche hätte man auf Tonband aufgnehmen oder aufschreiben sollen. Aus irgend einem Grund verschiebt man aber sein Vorhaben von einem zum anderen Mal und plötzlich ist keiner mehr da den man zu einem oder anderen Thema noch befragen kann.

Was auf dem Papier steht bleibt erhalten, das andere wird leider vergessen.

Liebe Neu-Arader betrachtet unsere Internetseite als Sammelstelle von Aufzeichnungen, Bildern, Fotos, Geschichten, Briefen, Feldpost, Liedern, Musik, Kochrezepten, Anekdoten, Witzen, Artikeln, Aktuellem und Sonstigem. Schickt die Unterlagen an die HOG. Wir garantieren, daß die Originale, nachdem sie kopiert wurden wieder zurück geschickt werden. Oder stellt sie selber auf unsere Seite.

Leider ist eines der wichtigsten Dokumente der Gemeinde schon vor vielen Jahren abhanden gekommen und zwar die „Historia Domus“ in lateinischer Sprache. Für die Geschichte  unseres Ortes wäre das Auffinden dieses Dokumentes von äußerster Bedeutung. Herr Pfarrer Kräuter hat zu seiner Zeit die Aufzeichnungen in deutscher Sprache fortgeführt, alles davor ist leider verschollen.

Für diejenigen die das Internet nicht nutzen hat die HOG Heimatblätter gedruckt. Die letzen waren 2003, 2007, 2008 bis 2011. Sinn und Zweck dieser Blätter ist es Erinnerungen aufrecht zu erhalten und Aktuelles aus der Gemeinde zu dokumentieren. Natürlich lebt die HOG nur mit und durch ihre Mitglieder und ist auf derer Unterstützung angewiesen. Die HOG kann die Verwaltung und Organisation diverser Ereignisse übernehmen und den Rahmen dafür schaffen wie die Wallfahrt nach Deggingen und das Heimattreffen. Das Gelingen solcher Aktivitäten hängt aber von den Personen ab die aktiv oder passiv daran  teilnehmen. Auch hier gilt das olympische Motto dabei sein ist alles.

Zur Zeit werden die Kirchenmatrikeln (Taufe, Heirat und Sterberegister) auf dem Computer in Excel Format erfaßt.  Fleißige Helfer verbringen sehr viele Freizeitstunden vor dem Rechner und tippen die Daten ein. Gleichzeitig versucht man die Verkartung der Matrikelbücher in GENPLUS (www.genpluswin.de) voranzutreiben. Dies ist aber Angesichts der 50 Kirchenbücher eine langwierige Angelegenheit. Ziel ist es das Ortsfamilienbuch von Neu-Arad zu erstellen. Für diese Aktivität werden noch ehrenamtliche Mitwirker gesucht. Die Arbeit mit den Matrikelbüchern ist keine eintönige Arbeit. Man muß sich mit der altdeutschen Handschrift vertraut machen, man lernt lateinische und ungarische Begriffe kennen (Krankheiten, Berufe) man wird mit der Geschichte jener Zeit vertraut.

Wenn man durch die Neu-Arader Homepage surft wird man feststellen, daß ein bescheidener Anfang bereits gemacht wurde.

Mit diesem Schreiben erhoffe ich mir eine aktivere Teilname an unserm „Treff“ im WEB, mehr Beiträge, Artikeln, Kritik an dem bereits vorhandenem Material, mehr Dialog im Blog. Jung und Alt, die Interesse an der Gestaltung der Homepage haben sind herzlich Willkommen.

Einen Gruß an Allen, die diesen Artikel bis hierher gelesen haben.

J. Künstler / Stuttgart / hog-neuarad@online.de

Die wenigen Mitteilungen die hier eintreffen mehren meine Zweifeln ob die Homepage weitergeführt, oder geschlossen werden soll. Die fehlende Kritik, geschweige Anerkennung tendieren zum Letzteren hin.  J.K.

6 Gedanken zu „Das Neu-Arader Erbe“

  1. Ich wuerde mich sehr freuen bzw. begruessen wenn diese webpage weiter gefuehrt wird, es gibt doch immer was zu lesen und zu sehn (photos). Ich persoenlich denke mal es waere eine Schande fuer Neuarad keine homepage zu haben, wobei Neuarad einmal eine Marktgemeinde war. Ich weiss eine page kostet auch jedes Jahr etwas Geld, bestimmt sind viele Neuarader (including myself) bereit eine kleine Jahresgebuehr zu bezahlen.

    Viele Gruesse aus West Australien. de Joschi

  2. Franz W.
    Ab und zu schaue ich mal kurz in die Websites anderer Banater Heimatgemeinden rein, dabei kann ich Josef sehr gut verstehen wenn er sagt, Neuarad hält sich auffallend zurück mit Beiträgen und Kritiken.
    Man kann sich Videos auf deren Homepages von Kirchweihen, Hochzeiten, Trachtenbällen anschauen, aber auch Schulfeste, Kindergarten „Prüfungen“ sowie familiäre Feste.
    Was haben die was wir nicht haben? Franz Teichert kam beim Festlegen von Hochzeiten öfter ins Grübeln wenn das Brautpaar beteuerte, nein dann nicht, unsere Verwandten in D können dann nicht kommen, also bitte einen anderen Termin. Was ich damit sagen will, diese Verwandten hatten bestimmt Videorekorder dabei und gerade diese Sequenzen von der Trauung oder vom Brautzug, Masckerer usw, die würden vielen von uns ein Stück Heimat mit Bild und Ton wiederherstellen. Ebenso die Trachtenbälle, also da wurde immer fotografiert und videografiert, wo sind diese Aufnahmen geblieben? Was haben Guttenbrunn oder Neudorf was Neu-Arad nicht hat? Eben hat Josef wieder versichert es wird nur kopiert, die Originale gehen nicht verloren, die bekommt ihr wieder zurück. Wie gerne würden wir den Einmarsch der vielen Trachten im Saal der Zuckerfabrik noch einmal genießen! Oder die Strassen, die Häuser Neuarads wo der rosarote Hochzeitszug vorbei zieht, allen voran die müden Kleinen mit den Gladiolenbukets! Das wäre sicher mehr Neuarad als nur am Foto. Wenn wir einen Zusammenschnitt der eingescannten Videos fertigen könnten, damit jede oder jeder, sich irgendwann zu einer stillen Stunde damit zurückziehen könnte, bliebe Neuarad in uns lebendiger. Sogar unsere nicht so interessierten Enkel täten einen Blick riskieren, beim nächsten Mal zwei. Was meint Ihr, traut Ihr uns das zu? Dann traut Euch und lasst die DVDs anrollen. Herzlichen Dank im voraus.

  3. Hallo Josef,
    ja ein schöner Artikel, ich bin ja schon 1971 ausgewandert, also über 40 Jahre her, aber Neuarad bleibt für immer meine Heimat, lebe in Australien aber war 2010,2011 und 2012 in Neuarad, es ist anders aber trotzdem schoen, für mich zumindest. Ja der Friedhof, die Kirche und Schule bleiben immer in Erinnerung. Als ich durch den Friedhof ging kam es mir vor ich war niemals weg von dort, als wäre es gestern gewesen. für mich gibt es nur eine Heimat, das ist und bleibt Neuarad, alles andere ist nur ein zuhause. Schönen Gruss an alle Neuarader.
    Joschi

  4. Als einer der neueren Generation begrüße ich ausdrücklich diese Homepage, vielen Dank! Leider erinnere ich mich immer weniger an die schönen alten Zeiten als Kind zu Besuch bei Oma und Opa in der Kolonie…

  5. Lieber Josef! Danke dass du dich so intensiv mit unserer Geschichte auseinandersezt und uns daran teinehmen läßt.
    Neu- Arad gibt es noch, liebe Frau Klug /Copaceanu.Das allgemeine Interesse an unsere Vergangenheit läßt leider nach.Unsere Eltern,Großeltern sind fast alle tot,unseren Kindern können nur noch wir übermitteln, wie wir in Neu-Arad gelebt haben,wie es bei uns aussah.Also los fahrt mit euren Kindern und Enkelkindern nach Neu-Arad statt nach Spanien,zeigt ihnen „unser“ Häuser,Straßen,Kirche und Friedhof.Sie werden es euch später einmal danken. Im September waren wir wieder einmal in Neu-Arad, uns gefällt es immer.Wir durchsuchen jeden Straßenwinkel und freuen uns wenn wir etwas aus unserer Erinnerung erkennen.Unsere Nachfolger in Neu-Arad versuchen ihr Bestes.Im Jahr 2011 wurde eine Monografie über Neu-Arad-Muresel in rumänischer Sprache herasgegeben.Der Autor ist Doru Sava,das Vorwort von Prf.Dr.Otto Greffner.Beschrieben wird die Entstehung unsres Ortes,die Besiedlung,Tadition,Feste,Vereine, aber auch Enteignung,Verschleppung,bis hin zu unsrem Verkauf an die Bundesrepublick und den Exodus der deutschen Bevölkerung.Der Autor endet mit dem Satz „Im Grunde verschwand ein Teil von uns und unserer Geschichte,weil die Schwaben ein Teil davon waren,ihre Fingerabdrücke hier hinterließen.So starb eine 300 Jahre alte Welt,eine Geschichte ging zu Ende.Es begann aber eine andere,mit anderen Darstellern in den Hauptrollen:wir,die Jetzigen.Zum erstenmal hielt ich ein Buch in rumänischer Sprache in der Hand,das unsere Existenz in Neu-Arad mit geschichtlichen Daten unter Beweis stellt.( Aradul-Nou-Muresel Istoria unui cartier,povestea unei lumi)Wollen wir als Neu-Arader weiterleben müss wir!etwas dafür tun.

  6. Seavus Josef,
    bin sehr froh darüber ,dass sich noch jemand um Neuarad kümmert.Meine Generation hat den richtigen Zerfall und die massive Auswanderung sozusagen live erlebt .Eure Generation (meine Cousine Tildi .mein Bruder Rudolf gehören dazu )hat die schönste Blütezeit von Neuarad nach dem Krieg erleben dürfen .Ich habe trotzdem auch heute noch Heimweh -nach Neuarad,aber gibt es das noch .
    Möchte mich bedanken ,dass du dich um die Neuarader und unsere Geschichte kümmerst,möchte dich auch ermutigen das weiterzuführen.Die Neuarader waren schon immer sehr sparsam mit Lob-gell ?
    Na dann…alles Cudi un Seavus -wi di neiradä sachä teidä..
    Angela

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