300 Jahre seit der Gründung der Neu-Arader deutschen Gemeinde

Die Gründe unserer Ahnen ihre Heimat zu verlassen, um ihr Glück im fernen Banat zu suchen, waren wohl ähnlich derer, die die Heimat dann auch danach wieder verlassen haben. Man fasst so einen Beschluss nur, wenn eine Bleibe im Heimatort als zukunftslos betrachtet wird. Als die ersten Siedler in Neu-Arad eintrafen, wussten sie auch noch nicht so richtig was sie erwartet. Im Vertrauen auf ihren Arbeitswillen, Fleiß, Können, Durchhaltevermögen und Gotteshilfe haben sich Familien aus Franken, Baden, Württemberg, Hessen, Österreich, Bayern, Böhmen, Luxemburg und aus anderen Teilen des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ in Neu-Arad niedergelassen. Ab 1737-1739 kamen noch Siedler aus dem Süden Banats, die vor dem wieder näher rückenden türkischen Heer, flüchteten. Demzufolge entstand der Neu-Arader Dialekt aus einem Gemisch von Dialekten der oben genannten Einwanderergruppen, wobei die südfränkischen und die bayrischen Elemente überwiegen.
            Ab 1960 verlief der „Schwabenzug“ in entgegengesetzter Richtung. Diesmal verstreuten wir uns in viele Richtungen, weil Arbeitsplatz und Familie unseren neuen Wohnort bestimmten.
            Aus der „Historia Domus“ Neu-Arads geht hervor, dass sich schon kurz nach der Widereroberung der Festung Arad, am 5. Dezember 1685, entlassene reichsdeutsche Soldaten auf dem Gebiet der Neu-Arader Weingärten niedergelassen haben. Sie zogen nach 1700 in die heutige Siedlung um. Sicher ist, dass schon seit ihrer Gründung, in der Stadt sowie in der Festung Arad, Deutsche wohnten, von denen viele in das nahegelegene Neu-Arad abwanderten, wo das Leben wohlfeiler war.
            Am 23. September 1723 wurde von Temeschburger Jesuiten der Grundstein zu einem katholischen Gotteshaus in Neu-Arad gelegt. Die ersten Einträge in den Kirchenmatrikeln stammen aus demselben Jahr, das somit das Jahr der Gründung der deutschen Gemeinde Neu-Arad war. Von Anfang an gab es eine selbständige Pfarrei die zwischen 1724–1739 von 14 Minoriten-Patern, aus dem Arader Kloster, betreut wurde. Ab 15. August 1739 waren weltliche Priester in der Gemeinde tätig.
            Die erste Kirchengebäude war aus Holz und brannte infolge eines Blitzschlages im Jahre 1749 ab.
            Erst nach sieben Jahren konnte am 14. September 1756 die neue einfache Hallenkirche vom Tschanader Generalvikar Clemente Rossi feierlich geweiht werden. Sie stand bereits, auf dem Platz wo die heutige Kirche steht. Ab dem Jahr 1812 wurde diese Kirche wieder abgerissen, da sie inzwischen zu klein und auch baufällig geworden war.
            Es dauerte nun wieder elf Jahre bis die neue steinerne Kirche am 12. Januar 1823 vom Dechantpfarrer Heinrich von Lebzeltern, auf Geheiß des Bischofs, ihre Weihe „zu Ehren der des Namens der Allerheiligsten Jungfrau Maria“ erhalten hatte.
Im kommenden Jahr 2023 begeht Neu-Arad zwei große Feiern:
– 300 Jahre seit der Gründung der Neu-Arader deutschen Gemeinde: 1723-2023
– 200 Jahre seit der Einweihung der katholischen Kirche:
1823-2023
            Diese beide Feiern werden von den jetzigen Bewohnern Neu-Arads unter der Regie des Deutschen Forums und der katholischen Pfarrei stattfinden. Viele die in dieser Kirche getauft, gefirmt und geheiratet haben, werden bei diesem Ereignis wohl nicht mehr dabei sein oder werden es aber aus der Ferne oder als Zaungäste miterleben.
Bei diesen beiden Ereignissen möchte die HOG Neu-Arad vor Ort mit dabei sein und ladet die Landsleute zum Mitfeiern ein.
Die Feier wird zwischen 09-10 September 2023 stattfinden, mit dem Trachtenaufzug als Höhepunkt. Das DFDA würde es gerne begrüßen, wenn Neu-Arader Landsleute, auch aus der neuen Heimat, in Tracht mitmachen würden. Es wird eine Busreise nach Rumänien zwischen den 04.09.2022-11.09.2023 geplant, mit einer Fahrt nach Maria Radna und einer Fahrt in die Kulturhauptstadt Temeswar. Natürlich kann die Anreise auch privat unternommen werden.
Zu diesen beiden Ereignissen sollen drei Gedenktafeln, sobald sie von der Stadt Arad und dem Diözenat Temeswar genehmigt werden, enthüllt werden.
Vorstellbar ist auch ein Gottesdienst mit dem Bischof Josef Csaba Pál und eine Totengedenkfeier im Friedhof.
Ein genauer Ablauf der Festlichkeiten, in Neu-Arad, wird zu einem späteren Zeitpunkt noch bekanntgegeben, da alles noch der Planung obliegt.
            Es wird wahrscheinlich das letzte große Neu-Arader Ereignis sein, das wir noch miterleben dürfen.
Vorstand HOG Neu-Arad

Download Einladung zur 300-Jahrefeier

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