(Un)-bekanntes Rumänien, 02.10.2008

1.Tag

Nach Rumänien woll`n wir heute fahren
weil wir schon lange da nicht waren.
Von der Hilde werden wir begleitet,
die uns auf dieser Reise leitet.
Viele der Reisenden sind dort geboren,
haben vor einiger Zeit die Heimat verloren.
Das sind die Banater Schwaben,
auch die Siebenbürger Sachsen die Heimat aufgaben.
So sitzen wir gemeinsam im Bus,
jeder die alte Heimat nun sehen muss.
Wir alle hatten doch großes Glück,
heute dürfen wir in die alte Heimat zurück.
Unsere neue Heimat ist Deutschland jetzt,
doch die Reise uns in die Vergangenheit versetzt.
Deutsch wir jetzt sprechen können,
unsere Enkelkinder wir hier verwöhnen,
neue Freunde haben wir gefunden,
unsere Trauer haben wir überwunden,
haben die neue Heimat hier,
deshalb glücklich sind wir.
Mit uns reisen auch Deutschländer,
die neugierig sind auf andere Länder.
Gemeinsam wollen alle Spaß haben, ab heut`,
drum lasst uns, uns auf die Reise freuen, liebe Leut`.

Oradea (Großwardein) war unser erstes Ziel,
an die Kaiserzeit erinnert uns hier viel.
Prächtige Bauten in der Altstadt,
ihren Reiz auch die Mondkirche hat.
Am Turm der Kirche wechseln sich Mond und Sonne ab,
bei ihrem Anblick es schon viele staunende Menschen gab.
Das Hotel Vulturul Negru konnten wir bestaunen,
beim durchqueren der Passage ging durch die Reihen ein Raunen.
Erinnerungen aus der Kindheit wurden wach,
als wir pogacele und brinzoaica fanden in einem Verkaufsfach.
Alle wollten wissen“ wo habt ihr die gefunden?“
und drehten dann auch ihre Runden,
fanden die Spezialitäten um drei Ecken,
ließen sich diese auch dann schmecken.

Satu Mare wir danach erreichten,
moderne Bauten hier sich zeigten.
Schön waren die Gebäude von früher, dann,
den Eindruck wie es früher war, man gewann.
Leider sieht man auch auf Schritt und Tritt,
dass noch nicht alles ist fitt.
Die EU wird schon dafür sorgen,
dass auch hier schöner wird morgen.
Schöne Kirchen sieht man überall,
die neue Gläubigkeit fliegt hier mit Überschall.
Zum Bau der Kirche hat jeder Geld,
auch wenn es wenig gibt zu ernten auf manchem Feld.
Dann entdecken wir Gott sei Dank,
guten Langosch und essen ihn im Park.
Manche von uns legten hinter sie lange Strecken,
um auch den Langosch zu entdecken.
Haben sie endlich gefunden ihn dann,
leider das Rennen der vor ihnen gewann,
begnügten sich mit einem Kaffee
und sagten „ es war doch so schee.“
Emaillierte Dächer,
Fenster die aussahen wie Fächer,
faszinierten unseren Blick,
jeder Fotoapparat machte klick.
Die Fahrt am ersten Tag dauerte lange,
dass wir nicht ankommen war uns bange.
Der Hunger war groß, bestimmt,
jeder noch Proviant aus dem Rucksack nimmt.
Die Männer hatten Feuerwasser für die Seele,
es rann flott durch ihre Kehle.
Obwohl wahrscheinlich der Bauch war voll,
ein gutes Schnitzel jeder fände toll.
Unsere Hilde suchte wo wir essen könnten gut,
jetzt will doch Keiner. Sie verließ der Mut.

Baia Mare war unser nächster Stop,
doch für unsere Kräfte war das ein Flop.
Die Augen müde, die Blase voll,
eine Toilette finden, wäre toll.
Danach haben wir noch Zeit zu flanieren,
oder wieder Spezialitäten probieren.
Espresso der ist hier ganz lecker,
mit einem Kuchen, fein vom Bäcker.
Die tovaras(Zigeuner) lernten wir kennen,
hinter uns sahen wir sie rennen.
Wollen von uns bestimmt sich was leihen,
uns von unserer schweren Last befreien.
Kleine Augen, dicke Beine, roter Kopf,
so erreichten wir unser Hotel wie ein armer Tropf.
Die Thermalbäder können sie vor dem Abendessen testen,
das wäre schön, das wäre vom Besten.

Bad Felix sei soo herrlich, hat man uns gesagt,
doch bei unserer Ankunft ist es schon Nacht,
dashalb konnten wir nichts mehr sehen,
„na ja, ihr könnt doch noch baden gehen.“
Zum Baden keine Zeit,
zum Tanzen nicht bereit,
der Bauch zu voll,
man nun schlafen soll.

Der 2. Tag

fing schön an,
ein opulentes Frühstück man einnehmen kann.
Im Bus hat jeder Platz genommen,
Jürgen heißt alle willkommen.
Richtung Sapinta, ins heitere Friedhof, wir fahren.
Die Häuser die wir sahen, noch aus dem Mittelalter waren.
Im Hof viel Dreck,
Mensch und Tier, oh Schreck,
alles auf einem Fleck,
von unserer Kultur ganz weit weg.
Zigeuner Kekeci (Zigeunerviertel in Arad) haben wir gefunden wieder,
Toni sang darüber Lobeslieder.
Die Stimmung im Bus ist fenomenal,
man hat hier wirklich keine Wahl,
zu schlafen oder wach zu bleiben,
bei diesem lustigen Treiben.
Die Neuarader, eine lustige Truppe, können viel lachen,
über jede Kleinigkeit Witze machen.
Neidisch sind im Bus die vorne sitzen,
und nicht lachen können bei den vielen Witzen.
Brav sitzen wir dann im Bus,
Geschichte ist für uns jetzt ein Muss.
Enikö (unsere Reiseleiterin) kann reden, reden, reden,
damit wir gut informiert werden.
Leider hört man jetzt keine Witze,
weil man brav muss sitzen.
Sogar der Toni jetzt sitzt still,
heute seine Frau er verwöhnen will.
Das Feuerwasser winkt mit dem Finger,
wiederstehen können die Männer nimmer.
Barbara auf`s WC jetzt muss schnell,
der Nelu sie begleiten will, gell?
Scheinheilig er nur so tut der Nette,
er muss nicht auf die Toilette.
Das Feuerwasser in der Kühlbox lockt,
davor er jetzt hockt.
Ohh!, jetzt Flasche leer,
dies verlangt nach mehr!
Die Aussicht auf gutem Schnaps,
bringt die Männer in Hochform bis zum Kollaps.
Nelu macht dann gleich Kollekte für die lustige Schnapssekte.
Alle Interessenten sollen sich melden,
welche wollen werden, durch Schnaps, Helden.
Doch so ein Wasser ist gefährlich,
nach einer halben Stunde ganz ehrlich,
fingen sie dann an zu schwitzen, vom Trinken,
und begannen im Sessel zu versinken.
Wo lustig und traurig zusammentreffen,
ist begraben auch von nea Vasile der Neffe.
Auch ein Loblied auf eine Schwiegermutter wurde hier gesungen,
das hat dann so geklungen:

„Sub aceasta cruce grea
zace biata soacra mea
trei zile de mai traia
zaceam eu, si citea ea.
Voi care trecet pe aici
incercat sa n-o treziti
ca acasa daca vine
iara-i cu gura pe mine
Da asa eu m-oi purta
Ca no inturna.
Cei care cititi aici
Ca mine sa nu patiti
Soacra buna va gasiti
Cu ea bine sa traiti.
A trait 82 de ani.

Der heiter Friedhof war der Hit,
auch die Männer fanden beim Wirt,
endlich den Schnaps mit den Perlen fein,
bei den Frauen mussten diese zum schmücken sein.
Perlen in allen Farben um den Hals sie hatten,
die Männer mussten bei diesem Einkauf warten.
Liebe Männer! Im Friedhof fand ich ein Kreuz,
von so einem komischen Kauz,
der hat sein ganzes Leben lang gesoffen,
dann hat er sich das Genick gebrochen.
Passt auf, auf euer Genick,
trinkt den Schnaps mit Geschick,
sonst wartet der Sensemann mit seiner Sense gleich,
und ihr landet unter der Erde weich.

Das Land der Oascher haben wir erreicht,
da sind die Häuser wie beim Scheich,
daneben ist die Armut nicht zu übersehen,
doch reich sind die, die ins Ausland arbeiten gehen.
Certeze hieß die Ortschaft
mit der Palästelandschaft.
Die Natur zeigt hier sich von der schönsten Seite,
bewundern kann man hier die Weite.
Weite Wiesen, schöne Wälder,
Berge, Täler und auch Felder.
Gefärbt in herrlichen Farben des Herbstes,
Als wäre alles geschmückt am Anfang eines Festes.

Sighetul Marmatiei, schön und groß die Bauten sind,
doch so manche Häuser vergammelt man hier find`t.
Weiter geht es zu den geschnitzten Holztoren,
damit, ein Statussymbol sich die Bauern holten.
Je größer ein Tor hier ist,
desto reicher du bist.
Die Kelten hinterließen die Muster vor Jahren,
das waren von den Bauern die Vorfahren.
Rosetten und Knoten kommen oft vor,
an diesem schönen Tor.
Ein verliebter Jüngling schnitzte einst den Knoten aus Holz,
und gab ihn seiner Angebeteten stolz.
„Löst du den Knoten nicht, so bist du mein
und unser Liebe soll dann auf ewig sein.“
Lösen konnte sie den Knoten nicht, er war doch schlau,
deshalb wurde sie dann seine Frau.
Ein einziges Teilchen aus den Knoten wenn man zieht,
zwei Teile vor sich sieht.
Eine Holzkirche war dann unser Ziel,
unterwegs sahen wir viel.
Menschen beim Arbeiten, Feiern und Trauern,
bei einer Hochzeit durften wir zuschauen.
Eine kleine Holzkirche war ein Kleinod der Kunst,
die du sehen musst.

Die Moldauklöster stehen nun auf unserem Programm,
im Bus wir sitzen still wie ein Lamm.

Das Kloster Barsana liegt oben am Hügel,
der Wille das zu sehen, verleiht uns Flügel.
Wir erreichten es dann zu Fuß,
hier in die Kirche man eintreten muss.
Andächtig hören wir zu, wie der Mönch das Wasser weiht,
und haben dann noch zur Besichtigung Zeit.
Geweihtes Wasser und Brot,
soll uns helfen in der Not.
Die 12 Apostel sind hier die Schutzheiligen,
jedes Jahr an einer Feier im Kloster, die Bauern sich beteiligen.
Einen Garten Eden gibt es hier,
das Museum besuchten wir.
Weiter geht dann unsere Reise heute,
auf was noch kommt, neugierig sind alle Leute.

In Borsa wir heute übernachten sollen,
von den Strapazen hier ausruhen wir wollen.
Es wird schon finster, wir suchen das Hotel,
wir finden es endlich, doch was sich keiner vorstellt,
die Koffer müssen wir selber schleppen
wir kommen uns vor wie die letzten Deppen.
Die Letzten haben Glück ,
denn für die, schleppt der boy den Koffer ein Stück.
Ein vierstöckiges Hotel ohne Lift,
so Manchem beim schleppen das Kreuz fast bricht.
Einer lässt das Gepäck im Bus,
deshalb er nackich schlafen muss.
Wir belohnten uns am Abend dann,
tanzten hora so wie jeder das kann.

3. Tag

Der Wecker klingelt, der Koffer ist wieder gepackt,
auch der, der hat geschlafen halb nackt,
sitzt pünktlich um sieben am Frühstückstisch,
isst Eier und Würstchen und Fisch.
Die Koffer im Bus verstaut,
einmal wird noch zurückgeschaut,
dann sitzen wir wieder im Bus,
der bald schon wegfahren muss.

Den Prislop Pass wir jetzt überqueren,
hier alle Bogdan Voda verehren.
Bogdan Voda kennen wir aus den Geschichtsstunden,
hier haben wir seine Statue gefunden.
In dieser Gegend ist es Brauch,
dass hängen Töpfe an einem Strauch.
Ein Topfbaum im Garten zeigt an,
ob ein Mädchen geheiratet werden kann.

Sind wenige Töpfe am Baum,
ist reich das Mädchen kaum.
Viele Töpfe, dann hat der Mann Glück,
bekommt nach der Heirat von ihrem Reichtum auch ein Stück.
Der Schnaps verfolgt uns wiederum,
„unde se face tuica iese fum“.
Hauptgetränk bei den Rumänen ist der rachiu, so ist es Brauch,
die Frauen trinken 8 Liter davon, auch.
Pferd und Wagen ist Transportmittel auf dem Lande,
damit fährt man auf dem Feld und auch im Walde.
Es regnet, es regnet, wir werden nass,
es regnet nach deutschem Maß.
Traurig müsst ihr nicht sein,
denn es regnet auch daheim.

In Cirlibaba und Ciocanesti,
uns der Regen immer noch durchnässt.
Unsere Lust zum Fotografieren ist ungebrochen,
darum wir auf einen Fotostop pochen.
Berühmt sind diese Dörfer für ihre Häuser, die schmucken
Auf die prachtvollen Fliesenmuster wir gucken.
Unser ständiges Problem waren die nicht vorhandenen Toiletten,
die wir dringend gebraucht hätten.
Vor dem Rathaus standen wir,
doch verschlossen war die Tür.
Der Bürgermeister wusste nicht, dass wir heute kommen,
sonnst hätte er sich nicht frei genommen.
Hätte uns geöffnet zum Pieseln die Tür,
dankbar wären gewesen wir ihm dafür.
Auch heute war der Tag so lang wie gestern,
es war aber sooo schön, da wurde das vergessen.

Das Kloster Moldovita war schön, auch die nette Nonne,
ihr zuzuhören war eine Wonne.
Petru Raresch, weil Gott ihm half, erbaute das Kloster zum Lohn,
er war des Fürsten Stefan cel Mares Sohn.
Die Außenfassaden sind alle mit Fresken bemahlt,
der Zahn der Zeit genagt, ein wenig, an ihnen hat.
Mit Schirm Scharm und Melone,
standen wir bei der Nonne,
zitterten vor Kälte, doch hörten ihr zu,
doch als sie fertig war verschwanden wir im nu.
Wieder im Bus, da ist es kuschelig warm,
da fühlen wir uns wie daham.
Damit wir uns aufwärmen von innen,
bald darauf im Restaurant Valcan saßen wir drinnen.
Schnaps zur Vorspeise gab es hier,
nach der warmen Suppe, glücklich waren wir.
Der Regen hört und hört nicht auf,
er gibt noch immer einen drauf.
Lange Unterhosen würden es jetzt richten,
doch auf mehr Gepäck mussten wir verzichten.

Die Bukovina ist ein herrliches Gebiet,
wo man Berge, Täler, Bäche, Flüsse sieht.
Die Häuser gepflegt,
der Garten gehegt,
die Tiere beschützt,
die Großmutter vor dem Haus sitzt.

In Gura Humorului ist unser Nachtquartier,
warm und schnell duschen wir.
Im Laufschritt geht es mal wieder zum Abendessen,
schick uns vorher anzuziehen, haben wir nicht vergessen.
Die Damen legen den Schmuck dann an,
damit man sich sehen lassen kann.
Die Herren begnügen sich mit frischer Hose und Hemd,
damit liegen sie immer im Trend.
Das Essen schmeckt uns einmalig,
danach im Bett verschwinden wir eilig.
Durchgefroren, müde, die Augen klein,
huschten wir in unser Bett hinein.

4.Tag

Heute mussten wir früh aufstehen,
und zum Frühstück gehen.
Die Freude, dass es nicht regnet war groß,
im Bus sind alle angekommen, dann ging es los.
Das älteste Kloster der Moldau,
war für uns eine Schau.
Kloster Neamt, so heißt der mächtige Bau,
hier leben Mönche und Nonnen, schau nur schau.
Ich fragte einen jungen Mönch, nach dem Grund dieser Sitte,
„wer soll denn sonst bei uns kochen und putzen, bitte!“
Hier herrscht noch der Mann und nicht die Frau,
das hab ich erfahren ganz genau.
Vor der Ikonostase der Himmelfahrtskirche, sie ist schön, sie ist nicht ohne,
befindet sich die Mutter Gottes, die wundertätige Ikone.
Der byzantinische Kaiser Johannes, so lässt sich vermuten,
hat sie geschenkt dem Fürsten Alexander dem Guten.
Der Fürst Michael Sturza hat sie mit Silber und Edelsteinen verziert,
heute wird sie mit vielen menschlichen Bitten strapaziert.
Bemalt wurde sie in der Stadt Lida, wo die Reliquien des Heilige Georg sich befinden,
eine lange Reise musste sie überwinden.
Auf der Rückseite von der Mutter des Gottes Sohne,
befindet sich deshalb von Georg die Ikone.
Eine Ikone mit drei Händen und dem Jesuskind,
weitere Sehenswürdigkeiten hier sind.

Zwischen Tirgu Neamti und Piatra Neamt, Humulesti liegt,
Creanga hier beim Kirschenstehlen siegt.
Ihr kennt doch alle Creanga aus der Schule, den mussten wir lesen,
wenn nicht, wäre es eine Notenkatastrophe gewesen.

In Piatra Neamt machten wir Halt,
Die Sonne schien herrlich es war nicht mehr kalt.
Hunger hatten wir, wie immer,
der wurde immer schlimmer.
Bei einem Kaufland blieb der Bus jetzt stehen,
im Laufen sieht man unsere Haare wehen.
Schaut her, hier mici es gibt, da können wir essen,
die Freude war groß, darüber wir alles vergessen.
Alle laufen als ob am Verhungern wir wären,
alle stürmen an den Micistand,
als hätten sie verloren den Verstand,
alle laufen, als ob am Verhungern sie wären,
„kommt her! kommt her!“ ruft jemand mit großen Gebärden.
Die, die den leckeren Kuchen entdeckten,
Erinnerungen in uns weckten.
Cremes, Schaumrollen, Bucuresti,
von jedem ei Stückchen zum Test.
Die Verkäuferinen staunten,
als wir ein Stück nach dem anderen einhauten.
Auch Reserven wurden zugelegt,
damit im Bus das große Fressen weitergeht.
Jetzt ist im Bus alles still,
weil jeder nun verdauen will.
Herrlich gefärbt sind die Wälder,
grün sind Wiesen und Felder.
Wildbäche auf jedem Schritt,
goldgefärbte Bäume, Heugarben nach dem Schnitt.

Im Baragangebirge liegt die Bicazklamm,
neben reißendem Wasser liegt der Schlamm.
Oh! und Ah! Das Staunen nicht verging,
jeder das beste Bild einfing.
Der Atlasstuhl, ein hoher Fels mit einem Kreuz darauf,
machte beim Anblick unser Herzen auf.
Tiefe Schluchten, hohe Felsen, lange Täler
schäumende Wasser, bunte Wälder,
hier kommt sich der Mensch so klein vor,
fühlt sich wirklich vor Gottes Tor.

Lacul Rosu, ein schöner See,
hat grünes Wasser wie die Augen einer Fee.
Ein Räuber einst ein Mädchen namens Ester gestohlen hat,
sie weinte viel, bis der See war grün, wie ein Blatt.
Der See enthält Eisenocker viel,
das konserviert die Bäume, drum ragen sie heraus wie ein Stiel.
Seit Jahrhunderten sie so jetzt stehen,
die Wipfel der Bäume am Ufern im Winde wehen.
Doch oh weh!
Als ich so steh,
bemerkte ich einen Stand mit Spezialitäten,
fein, einen Baumkuchen wir gern hätten.
Es kann uns nichts mehr halten,
laute Rufe wiederhallten.
Ich möchte einen mut Nuss,
ich einen mit Zimt haben muss.
Wir nehmen im Angriff den armen Mann,
da schreit die Nächste, ich möchte einen mit Marzipan.
Die Banater und die Siebenbürger Sachsen,
standen nun und sahen den rollenden Kuchen wachsen.
Doch „was ist Baumkuchen?“ wollen die Deutschländer wissen,
sie werden aufgeklärt, bekommen auch einen Bissen.
Infiziert von uns stürmen sie sich ins Getümmel,
verschlingen danach jeden Krümel.

Die Frauen entdeckten dann noch etwas zum Kaufen,
sie sich schon wieder die Füße wund laufen.
Geflattert in Poncios sie dann kommen,
die Männer sind ganz benommen.
Sie trösten und sagen „jetzt sehen wir wie Engel aus,
ihr Männer macht das Beste daraus.“
Der Nebel kam dann schnell herauf,
unseren Fahrer forderte er heraus,
doch er meisterte die Serpentinen mit Bravur,
blieb immer auf der richtigen Spur.
Bei dem Lärm im Bus ist das eine Kunst,
dass er uns bringt aus diesem Dunst.
Gelacht wird wieder kräftig,
Toni erzählt Witze ganz heftig,
Wir lachen, dass uns der Bauch tut weh,
und sitzen wir nicht mehr können, drum auf wir stehen.
Kaffeepause gab es danach, die Ponciofrauen machen Modenschau,
hinter dem Zaun macht es „wau, wau, wau“,
ein Mann zurückspringt gleich,
blass er ist wie eine Leich,
der Strahl im nu war weg,
gerettet hat er sein bestes Stück.

Bei Gheorghen beginnt das Sekler Land,
von hier unsere Enikö stammt.
Sekler das sind Ungarn mit viel Temperament,
gibt es Ärger mit denen, musst du dich wehren vehement.
Enikö hat das auch im Blut,
sich für jede Kleinigkeit aufregen tut.
In dieser Gegend entspringt die Marosch,
das ist der Fluss, den in unserer Kindheit, wir haben erforscht.
Viele Häuser haben beim Tor ein Taubenhaus, zum Glück,
denn hier glaubt man fest daran, die Seele kommt als Taube zurück.

Das Burzenland nun beginnt,
hier die Sachsen zu Hause sind.
Leider sind nicht mehr viele geblieben,
sie sind fast alle auch vertrieben.
Die Häuser haben alle ein großes Tor,
so manches sogar die Fenster verlor,
denn gekümmert hat sich um die Häuser niemand
und alles lange Zeit leer stand,
dann haben die Zigeuner hier gefunden eine Unterkunft,
und fühlen sich hier wohl mit ihrer Zunft.

In Poiana Brasov, der Schulerau,
wir heute übernachten, das war eine Schau.
Ein beliebtes Erholungsgebiet ist das,
doch wieder begleitet uns das viele Nass.
Ein schönes Hotel wir hier beziehen,
dann natürlich zum Abendessen wir wieder gehen.
Das Abendessen nahmen wir im Nachbarhotel ein,
auf den Weg dorthin sollen wir aber vorsichtig sein.
Nachts darfst du hier nicht ausgehen mehr,
sonst frisst dich dann der Bär.
Ihm schmecken aber nur die, die Schnaps trinken,
den anderen tut er nur zuwinken.
Ja das stimmt ganz sicher, er einen Trinker schon fraß,
passt auf, der versteht keinen Spaß.
Wir haben dann gut gegessen,
der Bär hat uns nicht gefressen.
Unser Nachbarn auf das Bett sich freuten,
doch Bald die Freuden sich zerstreuten.
Es kracht und kracht ,
Renate sich Sorgen macht.
Sie schaut unter die Matratze, denkt sich, was das zu bedeuten hatte.
Die Überraschung war groß, darunter befand sich eine gespaltene Platte.
Darauf musste sie die ganze Nacht schlafen,
bis wir am Morgen sie jammernd trafen.
Auch Annemarie hatte beim Haare waschen noch Spaß,
die Steckdose nicht funktionierte, jetzt stand sie da nass.
Der Toni sucht verzweifelt seine Brille,
bei uns ist kaputt das Örtchen das stille.
Na ja, wir nehmen es alle mit Humor,
es hat sich viel verändert hier, doch manches ist wie zuvor.

5. Tag

Bukarest, mit seinem Palast,
so etwas du noch nie gesehen hast.
Neuschwanstein steht in Bayer,
unterdem Siegestor Napoleon ließ sich feiern,
Der Sonnenkönig baute einst Versailles,
König Ludwig, Herrenchiemsee fein,
die Amerikaner haben das Pentagon,
doch Ceasescu dachte sich,“ was ist das schon.
Die werde ich alle übertreffen,
überzeuge alle mein „Neffen,
dass Rumänien auch so etwas braucht,
auch wenn es das Staatssäckchen schlaucht“.
Palast des Volkes, so nannte er den Bau hier,
auch wenn das Volk unter seiner Herrschaft vor Armut schrie.
Solche Paläste bauten nur die Irren,
Beim Volk herrschten darüber immer Wirren.
Jetzt machen sich die neuen Herren das zu Nutzen,
sich damit vor der ganzen Welt herausputzen.
In keinem Reiseführer wird erwähnt,
dass Ceausescu das erbaut hat, denn dafür jeder sich heute schämt.
Doch unter einer Decke standen sie alle,
gewusst haben sie von seinen Machenschaften auf jedem Falle.
Wie es immer in der Geschichte ist,
der König ist tot, er wird nicht vermisst,
der neue König er lebe hoch,
den lieben wir sicher doch.
Jetzt heißt der Bau „Palast des Parlaments“,
der zweitgrößte Bau, die Welt erkennt`s.
Die alten Zeiten kehren zurück ,
kontrolliert beim Besuch wird jedes Stück.
Fast auch noch Hörgeräte, Prothesen und Brillen
Sind nicht nach ihrem Willen.
Nichts hören, nichts sehen, nicht reden, war früher das Moto der Meisten,
Auch heute ist es das, der Dreisten.
330.000 qm, 6 Stockwerke, das ist viel,
nachdem wir gut gefilzt werden sind wir am Ziel.
Die prunkvollen Säle wir dann sehen,
können aber nicht verstehen,
was wir hier sehen.
Der Höhenwahn war sichtlich, wir durften staunen,
durch die Reihen ging ein Raunen.
Alles aus weißem Marmor bis in den kleinsten Ecken,
auch die Teppiche mussten sie nicht verstecken,
wie früher beim Sultan pompös sie waren,
vor uns ausgebreitet lagen.
Mit Gold wurde auch nicht gespart,
auch nicht mit dem geschnitzten Holz so hart.
Die riesigen Lampenschirme aus Kristall,
Reichtum überall.
Da gibt es einen Menschenrechtssaal,
für uns Vertriebenen klingt das sehr schal.
Titulescu, Balcescu, Ionescu so huldvoll klingen die Nahmen,
die sie den Sälen gaben.
Es gibt auch einen Saal der Vereinigung, gleich nebenan,
Säulen wie im alten Rom man sehen kann.
Wir standen dann auf dem Balkon und winkten den Demonstranten,
die riefen uns zu, als ob sie die Politiker fanden.
Das Gefühl hier oben zu stehen, kann man nicht erklären,
wir fühlten uns als ob wir Könige wären.
Hilde meinte dann, „wir haben erreicht viel,
geändert hat sich das Spiel,
zuerst stand ER hier oben und plärrte runter,
jetzt stehen wir hier ruhig und munter.“
Vor diesem imposanten Gebäude,
gibt es nicht immer nur Freude,
die Menschen, für ihre Rechte demonstrieren,
sie sich deshalb nicht genieren.
Schnell wurden wir zurück ins Innere geschoben,
damit die Menschen unten nicht mehr toben.
Gehen dürfen wir nur nach perfektem Plan,
zur falschen Toilette jemand kam.
Wache stehen die Soldaten,
die Uniformen wie in der ungarischen Zeit hatten.
Gleich war die Aufregung groß,
die alte Frau doch nur auf Toilette muss.
Dann die richtige Toilette wir entdeckten,
gleich etwas ausheckten.
Bei so viel Prunk, die Meisten wollten es wissen,
dem Ceausescu haben sie heute was geschissen.
Leider kam nach so viel Schönem,
ein Meckern und ein Stöhnen.
Die Seklerin in Enikö erwacht,
sie eine beleidigte Miene macht,
heult vor Zorn und läuft davon,
die Nerven verliert sie schon.
Wer Schuld an ihrem Ausbruch hat, wissen wir nicht,
es lief eben nicht wie sie wollte, drum spie sie Gift.
Die Junge Dame die im Palast uns begleitet,
sich dann noch erdreistet,
uns als undiszipliniert zu benennen,
auf Schritt und Tritt kann man die alte Ordnung noch erkennen.
Undiszipliniert ist man wenn man muss auf die Toilette,
besser wäre es, wenn hier die Blase man voll nicht hätte.
Den Palast des Patriarchen wir in Bukarest noch besuchten,
sahen hier, wie wohnten die popen, die betuchten

Das Kontrastprogramm dann wir geboten bekamen,
sahen wie früher wohnten die Armen.
Im Museum des Volkes, sahen wir das Gegenteil von Villen,
die Menschen früher lebten im Stillen.
Kleine Häuser, manche mit Stroh bedeckt,
einige auch in der Erde versteckt,
alte Kirchen, alte Mühlen,
doch bald wir müde uns fühlen.
Durch Bukarest wir dann fahren,
erfahren, dass hier einmal schöne alte Häuser waren.
Sie mussten dem Größenwahn weichen,
man brauchte den Grund für die Bauten der Neureichen.
Bukarest war früher das Paris des Ostens,
heute herrscht der Nonsens.
Los geht es jetzt, zurück in unser Hotel zum Essen,
auszuruhen das dürfen wir nicht vergessen.
Unterwegs, nach zwei Runden Bier,
pieseln mussten wir.
Nelu hielt es nicht mehr aus,
sein Urin wollte unbedingt raus.
Er von uns viel Hilfe bekommt,
eine Schnur, eine Flasche promt.
Es hilft nicht viel,
er versucht ein neues Spiel.
Springt hoch und runter,
ist traurig dann munter,
fängt an zu schwitzen,
kann nicht mehr sitzen.
Da ruft er ganz laut, wir hörten es alle,
verzweifelt auf jedem Falle.
“Oh poiana unde iesti, sa gasesc un tufis,
tare trebuie sa ma pis.”
Reiner fährt, zwickt auch schon alles zusammen,
dann endlich die Bäume kamen.
Halleluja, die Männer singen im Chor,
dies kommt sonst nur in der Kirche vor.
“Sati dea domnu sanatate,
ich schon Panikattacken hatte.“
Stehen geblieben, die Türen auf,
beginnt sogleich der Wettlauf.
Wie die Hasen aus dem Stall,
springen und verstreuen sie sich dann.
Oh! war das eine Erlösung vom Druck,
erledigt war das Geschäft ruck zuck.
Das Abendessen uns erwartet,
Reiner schnell dann startet.
Die letzten Tage haben wir schon gelernt,
vom Ausruhurlaub sind wir weit entfernt.
Raus aus dem Bus, die Hände waschen,
die Uhr die lernten wir hassen,
wir müssen laufen die Treppen runter,
die Gesichter sind müde, nicht mehr munter,
das Essen steht bereit,das Herz in uns lacht,
los geht es zur Essensschlacht.
Ich hole mir Hähnchen, ich hole mir Schwein,
ein Stück Pute muss es auch noch sein.
Jetzt sehe ich noch Kartoffel und Bohnen,
da muss ich mir auch noch etwas hohlen.
Zuletzt wird der Kuchen entdeckt,
auch der Gelüste in mir weckt.
Dann meldet sich der Bauch „mehr Platz habe ich nicht,
friss nicht mehr so viel du armer Wicht.“
Müde und abgekämpft geht es dann auf`s Zimmer,
„so viel esse ich nie und nimmer“
Jetzt schnell schlafen, denn morgen um halb acht,
der Koch das Frühstück für uns macht.

6.Tag

Gestern war der Vorsatz groß,
heut morgen denk ich schon wieder, „ was esse ich bloß?“
Mein Teller läuft bald über,
doch auch der des Nachbarn, zu dem ich schau rüber.
Der Vorsatz bei allen lautet,
zu Hause wird eine Diät gestartet.

Heute geht es zum Castelul Bran ,
wo man viel altes sehen kann.
Die älteste Stadtmauer hier steht zur Verteidigung,
einen großen Bogen sie machte um die Burg.
Vlad Tepes hat vor langer Zeit hier gewohnt,
hier auf seinem Thron gethront,
bis die Türken seinen Kopf abschlugen,
und den Rest dann begruben.
Nach einiger Zeit, als sie ihn hier finden wollten,
sein Leichnam umgebettet werden sollte,
verschwunden war er gewesen,
verwandelt in ein anderes Wesen.
Von dem Geschlecht Dracul ( Teufel) stammte er,
jetzt war sein Grab leer.
Seither macht er die Welt unsicher als Vampir,
nachts besucht er vielleicht dich auch hier,
dir die Zähne beißt in den Hals,
dein Blut ihm schmeckt, wie uns das Bier aus Malz.
In der Burg wir ihn nicht sahen,
wahrscheinlich unsichtbar bei Tag, er hinter uns blieb stehen.
Gruselgeschichten von ihm wurden sogar vertont,
in dem Musical er in Transilvanien wohnt.
Schnell von seinem Berg hinunter wir wanderten,
auf einen Markt wir landeten.
Dass uns der Vampir nichts hat angetan,
wir froh waren dann.
Kauften ein wie die Irren,
beim Preis ließen wir uns nicht verwirren,
handelten bei jedem Stück,
und liefen dann zum Bus zurück.
Doch, oh weh! da fehlen drei!
Ob das wohl der Vampir sei,
der sie hält in seinem Bann,
wir fragen ängstlich “wann sehen wir sie wieder, wann?“
Dann gehen einige auf die Suche nach den Vermissten,
weil weiterfahren wir müssten.
Siehe da Enikö Erfolg hatte,
bringt sie zum Bus der schon wartet.

Weiter fahren wir nun nach Sinaia zum Königssitz,
hoch oben auf des Berges Spitz,
Schloss Peles steht in seiner ganzen Pracht,
hat gut überstanden der Kommunisten Macht,
gehört jetzt wieder seinem Errichter,
verzückt jeden Künstler und auch Dichter.
Wir stehen davor und staunen alle,
die Innenräume wir sehen wollen, auf jedem Falle.
Beim Eingang gleich bekommen wir Puschen,
dann durch den Palast huschen.
Doch was ist mit uns los?
Unser gang ist nicht mehr groß,
wir gehen gebückter, als wären die Hosen voll,
doch was wir sahen, das war toll.
Alles geschnitzt in Holz,
das war des Königs Stolz.
König Michael von Hohenzollern,
hat sein Schloss jetzt wieder bekommen.
Die Vertreibung und Enteignung hat er überstanden,
kann jetzt frei wieder in Rumänien landen.
Er seine Heimat besucht,
die alten Herren verflucht,
sich des Lebens noch erfreut,
den Tod des Diktators nicht bereut.
Herrlich ist die Gegend in den Karpaten,
hierher zu kommen, kann man jedem raten.
Sinaia, Bustini, Azuga, Preddeal, schöne Kurorte sind,
hier sich freuen kann jedes Kind.

Kronstadt wurde nach der Krone des Königs genannt,
der verteidigen wollte sein Land.
Als er den Krieg dann verlor,
er vor der Stadt sich schwor,
„Meine Krone setze ich nie mehr auf,
darum lege ich sie auf den Baumstamm drauf.“

Brasov(Kronstadt) wollen wir nun erkunden,
auf dem Stadtplatz dem runden,
steht das alte Rathaus in der Mitte,
die Katholiken hier herrschten so war es Sitte.
Auch früher gab es das schon,
die Religionen verachteten sich mit Hohn.
Die Orthodoxen hatten hier keinen Platz,
das pfiff zu jener Zeit, vom Dach jeder Spatz.
Eine Kirche könnt` ihr bauen,
doch man darf sie nicht sehen.
Alle durch einen versteckte Eingang gehen,
damit sie in ihrer Kirche konnten beten,
die Katholiken konnten das vertreten.
Doch Hochmut wir d immer bestraft,
jetzt haben es die Orthodoxen geschafft.
Die Katholiken sind jetzt weg,
sie haben erobert diesen Fleck.
Die Schwarze Kirche hat ihren Namen nach einen Brand,
als danach schwarz war die Wand.
Eine wertvolle Teppichsammlung wir hier sahen.
„war es hier schön?“ Wir das bejaen.
Hier gibt es einen weißen und einen schwarzen Turm,
die ausgehalten haben jeden Sturm.
Das Portmonee war dann bei manchen leer,
drum mussten wieder Lei mal her.
Mit Turisten die machen ein gutes Geschäft,
„Oh, wenn ich doch vorher gefragt hätt`!“
Vorsicht! Das Schwindeln ist bei denen unentbehrlich,
zuletzt hat man großen Verlust ganz ehrlich.
Müde von so viel Kultur,
wollten wir uns ausruhen nur.
Vor dem großen Springbrunnen war eine Bank,
da konnten wir uns ausruhen, Gott sei Dank.
Danach ging es zurück zu unserer Bleibe,
der Hunger rumort schon wieder in unserem Leibe.

Im Hotel angekommen, wurde gewaschen, geföhnt und geschminkt,
das Parfüm, hilft dann das man nicht stinkt.
Für heute Abend wir in das Mittelalter zurückkehren,
vorher unsere Männer noch belehren.
Elegant musst du heute sein,
deshalb in das schöne Gewand schlüpf rein.
Auch die Frauen fangen an sich heraus zu putzen,
die Gelegenheit dafür nutzen,
das kleine Schwarze zu tragen,
um damit ein Tänzchen zu wagen.
Im Bus ist dann eine ganz komische Atmosphäre,
als ob man im Harem angekommen wäre.
Es duftet nach Rosen, nach Lavendel und Veilchen,
Tief Luft holen muss man ein Weilchen.
Die Frauen gesteilt bis in die Spitzen,
die Männer ruhig, rasiert, frisiert, neben ihnen sitzen.
Castelul Brasov war früher da zur Verteidigung,
heute steigen wir hoch den Hügel mit Schwung.
Vom Turm der Bläser verkündet,
dass der Feind vor der Festung stünde.
Ein Ritter steht vor dem Tor,
mit Helm, Lanze und auch Schild davor.
Der Castelan uns freundlich empfing,
nach dreimal am Tor klopfen, in den Innenhof es ging.
Sie haben es gleich entdeckt,
dass kein Feind in uns steckt,
mit Schnaps und Kipferl empfangen,
sie vor uns sich nicht mehr bangen.
Im Transilvaniensalon wurde für uns gedeckt,
die Geigenmusik in uns Gefühle erweckt.
Die Geigen klangen gleich,
unser Herz wurde ganz weich,
wir weinte vor Glück,
dies alles hat uns entzückt.
Die „Ciocarlia“ von Enescu erklang,
gebannt hörten wir zu minutenlang.
Schöne Frauen tanzen vor unseren Augen,
den Männern sie die Sinne rauben.
Die Tafelrunde nun begann,
umrahmt von herrlichem Gesang.
Klassische Musik wurde vorgetragen,
dabei wir uns kaum zu atmen wagen.
Ein fürstliches Essen folgte dann,
Gaumenfreuden man gewann.
Zum Schluss tanzten wir nach Walzerklängen von Straus,
und dann ging es nach Haus.
Beeindruckt von dem Gesang,
nahm auch unser Konzert im Bus den Anfang.
Singen können wir alle noch,
doch mit dem Text hapert es noch.
Im Bus vorne, wurde angefangen,
in der Mitte blieb`s dann hängen,
hinten im Bus
fingen die an, wenn die vorne hatten Schluss.
Doch schön und beeindruckend war es wieder,
zu hören aus der Heimat die Lieder.
Überhaupt ist in unserem Bus,
die Heimatstimmung im fluss.
„So ein schöner Tag wie heute“
sang dann unsere ganze Meute.
Das Lied „Gute Nacht“
uns müde macht.
Natürlich mussten wir wieder schnell schlafen,
bevor wir uns am Morgen wieder trafen.

7. Tag

Die Regeln haben wir schon gelernt,
von undiszipliniert sind wir weit entfernt.
Punkt sieben müssen wir am Frühstückstisch sein,
dann um acht in den Bus hinein.

Nach Sighisoara(Schäßburg) soll es heut gehen,
auf dem Weg dort schöne Dörfer wir sehen.
Einst wohnten hier die Sachsen,
jetzt sieht man oft nur Gras hier wachsen.
Im Dorf das Berthelm hieß,
auf ein Geheimnis man stieß.
Hier gab es keine Scheidung nach dem Ehegelöbnis,
weil es hier gab ein Ehegefängnis.
Ein Raum, ein Bett, ein Tisch, ein Teller,
bei der Entlassung war der Kopf dann heller,
sie hatten sich dann wieder lieb
und das Eheversprechen blieb.
In Pretcu wohnen die Kesselflicker,
die machen die Kupferkessel, die schicken,
in denen der Schnaps wird gebrannt,
bevor er geht von Hand zu Hand.
Angekommen in der schönen Stadt,
herrliche Ansichten man hat.
Das Wahrzeichen der Stadt ist der Stundturm,
die alte Stadtmauer gibt es noch rund herum.
Die dahinfließende Zeit, wird von Holzstatuen überwacht,
die schöne Uhr misst die Zeit am Tag und bei Nacht.
Nach Diana, Mars, Merkur, Jupiter, Venus Saturn und der Sonne,
den Göttern nachgebildet, oh welch eine Wonne,
stehen die Statuen seit Jahrhunderten schon,
zu unserer Freude ganz ohne Lohn.
Die Treppe, der Altfrauengang,
ist wie ein Zeittunnel, beim Aufgang.
Es ist eine Aufforderung an die Zeit, man denkt es in Schweigen,
sie möge auf und nicht nur absteigen.
Doch wie alle wir wissen, unsere Zeit verrinnt,
nach uns ein neues Leben beginnt.
Von vierzehn Türmen stehen noch neun,
bei deren Anblick sich heute man kann noch erfreuen.
Der Schmiedeturm, der Schneider- und der Schusterturm,
der Lederer- und der Zinngießerturm,
sind einige von vielen,
mit denen die Handwerkerzünfte im Mittelalter sich priesen.
Das Haus mit dem Hirschgeweih, das Venezianische Haus,
das Haus aus dem einst auch kam Vlad Tepes heraus,
das Haus in dem Prinz Charles übernachtet,
so mancher Vorbeiziehende betrachtet.
Enge Gassen, mit eigenartigen Schatten,
wer weiß wie sie uns begleitet hatten.
Nie sind wir hier alleine, wer sieht uns alles an,
sogar die Dächer haben Augen, man denkt sich „was hab` ich denn getan?“
dass sogar die Dächer alles sehen,
ob ich laufe, oder gleich bleib stehen.
Ein Farbenmeer sich vor uns entfaltet,
ein Künstler seine Bilder gestaltet.
Rot war typisch für diese Stadt,
wo jetzt die Farbe des gesamten Regenbogens Einzug hat.
Rot und gelb und grün und blau,
für jeden Menschen eine Schau,
so eine Pracht,
als ob die Stadt für Künstler wurde gemacht.
Ihren Zauber in Worte man kann nicht fassen,
das Mysterium liegt vor uns auf den Straßen.
Der letzte Bischof lebte in dem Haus in dem wir dann speisten,
bevor wir weiterreisten.
Die Taverne im Keller,
die Suppe im Brot, nicht auf dem Teller,
der gute Schnaps und auch der erlesene Wein,
beeinflusste uns in unserem Glücklichsein.
Beim essen haben wir festgestellt
„ Das ist die schönste Reise der Welt“

Subiu(Hermannstadt)
seine Reize hat.
2007 zur Kulturhauptstadt Europas sie wurde benannt,
wir spazieren hier und sind von der Schönheit gebannt.
Hermannstadt
auch eine alte Stadtmauer hat.
Sie hat auch Türme aus dem Mittelalter,
ein altes Rathaus wo saß der Verwalter.
Jede Zunft hatte ihren Turm,
verteidigte die Stadt beim Feindessturm.
Die obere Stadt mit der unteren Stadt ist verbunden durch eine Brücke,
oder man geht die Treppenpassage aus freiem Stücke.
Lügenbrücke wird sie auch genannt,
der darauf steht und lügt der ist gespannt,
ob sie einstürtzt oder ihm hält stand.
So sagt die Legende,
doch vor und nach der Wende,
wird gelogen im großem Stiel,
die Brücke jedoch ist heute noch stabil.
Die obere Stadt hat den größten Marktplatz des Landes,
wo früher hingerichtet wurden, die niedrigen Standes.
Einen Käfig für Verrückte stellte dann auch hier man auf,
doch die Geschichte nahm ihren Lauf.
Heute ist der Platz ganz friedlich,
die Häuser pompös und auch ganz niedlich.
Auch da haben die Dächer Augen,
zum spionieren sie zu allen Zeiten taugen.
Bruckenthal war einst der Gouverneur,
über seinen Reichtum verbreitete sich eine Mär.
Er sammelte sein ganzes Leben,
Kunstwerke, nach denen viele streben.
Ein Palais hat er sich dann erbaut,
heute jeder der es sieht in Ehrfurcht darauf schaut.
Das Hotel Kaiserhof stammt aus der Kaiserzeit,
es Kultur und Politik vereint.
Abgestiegen ist hier Strauss und Franz List,
hier drinnen, du ein Kaiser bist.
Zu den Persönlichkeiten gehörte auch ich,
als ich vor einiger Zeit hier durch die Lande strich.
Beindruckende Gebäude, schöne Cafe`s,
ein schöner Ausblick wo immer ich auch steh.
Fröhliche Farben, grün, gelb, rot,
uns einen schönen Anblick bot.
Für Maler ist das hier ein Paradies vom feinsten,
Motive finden die Meisten.
Im Cafe gab es eine Stärkung,
die zeigte gleich auch ihre Wirkung.
Fit springen wir in den Bus hinein schnell,
und wieder landen wir in unserem Hotel.
Koffer raus, schnell aufs Zimmer,
müde sind wir nachher immer.
Duschen, umziehen und im Laufschritt zum Essen,
danach schlafen nicht vergessen,
denn am Morgen geht es wieder weiter,
unsere Kräfte gehen zu Ende, wir sind nicht mehr heiter.
Doch das Beste der Reise erwartet uns noch,
die Banater ihrer Heimat sind näher bald doch.
Weite Wiesen, bunte Wälder, wie eine grüne Wand,
jetzt beginnt das Banater Land.
Im Bus ist groß die Aufregung jetzt,
wir fühlen uns in die Vergangenheit versetzt.
„Schau! Hier wohnte ein Bekannter,
hier ein weiter Verwannter.
Wisst ihr, mein Vater hatte hier eine Mühle,
in meine Kindheit versetzt ich mich fühle.
Doch von der Mühle blieb nur ein Stein,
darüber traurig darfst du nicht sein“.

Maria Radna unser Wallfahrtsort,
nahm die letzte Müdigkeit von uns fort.
Wir kauften Rosenkränze und geweihtes Wasser dann,
beschlossen, wer im Chor mitsingen kann.
Bittend saßen wir vor dem Altar,
erinnerten uns wie es früher war.
Zu Maria wir dann alle pilgerten,
dahin zu fahren wir uns weigerten.
Zu Fuß den weiten weg wir gingen,
inbrünstig zu beten alle beginnen,
die Füße voller Blasen, der Kopf so frei,
als ob die Seele sei von Sünden befreit,
so kamen wir in der Kirche dann an,
auch die Alten, die kamen mit dem Pferdegespann.
Der Gottesdienst jedem viel Kraft verlieh für ein Jahr,
alle erzählten danach wie schwierig und schön es war.
Aufgeklärt wurden unser Freunde, die Deutschländer, wie die Prozessionen hierher kamen,
die ganze Familie wurde mitgenommen.
Jetzt mit Ehrfurcht der Pfarrer die Messe zelebrierte,
die Decke der Kirche fest vibrierte.
Als wie die Nachtigallen wir dann sangen
und vor Rührung manche zu weinen anfangen.
Jeder eine Bitte an Maria hat,
im Stillen sein Anliegen ihr hat dargebracht.

Arad, das Paradies unserer Kindheit,
ist jetzt nicht mehr so weit.
Vor Arad unsere Geduld bald war zu Ende, beim Straßenbau,
hatten wir einen langen Stau.
Mussten zwei Stunden warten,
bis sie eine Seite geteert hatten.
Unsere Nerven wurden auf die Probe gestellt,
doch als es weiter geht, unsere Mine sich erhellt.
In Arad angekommen, die Augen gefüllt mit Tränen,
wir die Sehenswürdigkeiten für die Nichtarader erwähnen.
„Schau hier, schau dort,
so war es bevor wir gingen fort.“
Man versteht schon bald sein eigenes Wort nicht mehr,
dann muss ein Reiseführer her.
Nelu in drei Sprachen spricht,
bin ich deutsch, rumänisch, ungarisch, ich weiß es nicht.
Natürlich international ist so ein Mann im Bus,
deshalb er mehrere Sprachen sprechen muss.
Dann erreichen wir Neuarad,
jeder von uns Erinnerungen hat.
Hier stand einst meine Wiege,
hier ich den ersten Zahn kriege,
hier waren mein Eltern, Geschwister zu Hause,
hier spielte ich „Fangen“ in der Schulpause.
Hier lernte ich die Freunde kennen,
hier mir die Jungs nachrennen.
Hier feierten wir alle Feste,
hier war`s für mich das Allerbeste.
Dies alles fällt mir jetzt ein,
nachdenklich darf ich auch sein.
Aber viel Zeit dazu bleibt mir nicht,
die Ddeutschländer sind ganz erpicht,
viel von uns zu erfahren,
über den Platzt wo einst wir zu Hause waren.
„Hier waren wir in der Schule dann,
hier im Kulturheim wo tanzen man kann.
In dieser Kirche wurden wir getauft,
in diesem Geschäft haben wir eingekauft.
Das war einmal die Großgass, unsere Champs-Elysees
Für uns war es damals wirklich schee.
Dies unser Friedhof war, hier liegen begraben,
die, die wir lieb gehabt haben.
Wenn du hier geradeaus schaust, war die Straße wo ich wohnte,
Hier siehst du alles, was sich für uns lohnte.
Vieles ist von der Bildfläche verschwunden, gestern,
Heute sieht es aus wie im wilden Westen.“
Angekommen im Hotel President,
natürlich jeder wieder zu seinen Koffer rennt.
Die Temesvarer fahren weiter noch,
die Arader bleiben hier dann doch.
Müde bin ich, die Füße tun weh,
doch wenn ihr denkt das ich schlafen geh,
habt ihr euch mächtig getäuscht jetzt
frisch gemacht, dann bin ich schon weggehetzt,
zu den Freunden, schauen was sie so noch machen,
über gemeinsame Erinnerungen lachen.
Spät nachts in unser Bett wir fallen,
was wir erlebt haben, erzählen wir zu Hause allen.

8. Tag

Heute wollen wir ausschlafen
und dann durch die Stadt laufen.
An lieben Plätzen bleiben wir stehen,
in unsere Kirche wir gehen.
Die Lebenden werden besucht,
die Toten im Friedhof gesucht,
denn vor lauter Unkraut konnte man das Grab nicht finden,
die Traurigkeit musste man überwinden.
Oma, Opa liegen hier begraben,
wir beten für ihr Seelenheil, weil lieb wir sie haben.
Verabschieden von ihnen uns, erhalten sie in Erinnerung
und gehen weiter dann mit Schwung.
Wir trafen uns beim Einkaufen in der Stadt,
so mancher jetzt auch Hunger hat.
Wir essen das, was aus der Kindheit wir noch wissen
und lange schon vermissen.
Ein Stück Dobosch, ein Bucuresti,
von jedem einen kleinen Test.
Unsere Flaniermeile, den Korso wir besuchen,
doch nach bekannten Gesichtern wir vergeblich suchen.
Flaniert wird heute am Strand, wo früher wir badeten,
nach dem Überqueren der Marosch hier wir landeten.
Schöne Parkanlagen, Restaurants wo essen man kann,
wir saßen schnell darin, bevor ich mich besann.
Ciorba de perisoare und mici, landeten auf unseren Tisch,
zu Hause esse ich dann wieder Fisch.
Herrlich ist es hier und romantisch auch,
gerade so etwas ich heute brauch.
Hier spazierten wir früher ganz verliebt,
freuen uns, das es das heute noch gibt.
Im Kinderpark damals mit unseren Kindern wir spielten,
am Maroschufer an den Händen uns hielten.
Gesäumt von Trauerweiden die im Wasser hängen,
fließt der Fluss ganz ohne Zwänge,
ruhig, gemächlich vor sich hin,
mit meinem Mann ich hier ganz glücklich bin.
Das Wasser fließt, die Zeit verrinnt,
wir kommen wieder zurück ganz bestimmt.
Danach kaufen wir ein wie die Wilden,
denken dann oft an Jürgen und Hilde.
„Wo sollen die alles verstauen im Bus?
Deshalb mit dem Einkaufen war bald Schluss.
Wir verabschieden uns von unserer Stadt,
wo jeder schöne Stunden verbracht hat.
Am Abend wir uns nochmals treffen beim Essen,
diese Reise werden so schnell wir nicht vergessen.
Herzlichen Dank an die, die dafür sorgen,
dass gut ankommen zu Hause wir morgen.
Die Hilde, unsere gute Seele war,
darum bringen wir ihr ein Loblied dar.

Danke für jede schöne Stunde,
danke für jeden schönen Tag.
Danke für alle guten Worte die du für uns hat´st.

Verfasst von
Katharina Frisch, die seit langer Zeit nicht soviel gelacht hat, wie auf dieser Reise.

Viele liebe Grüße an alle Mitreisenden.

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